Udo Laubert – Coaching & TrainingDein Thema finden
IMPULS FÜR DEINEN ALLTAG

Warum schiebe ich auf, obwohl es mir wichtig ist?

Du willst eine Nachricht beantworten, Unterlagen sortieren oder etwas für dich verändern. Trotzdem beginnst du nicht. Ein hilfreicher erster Versuch: Schau auf die konkrete Hürde, statt dich als faul abzustempeln. Wähle dann eine Handlung, die klein und eindeutig genug ist, um sie heute auszuprobieren.

Illustration eines Coaching-Gesprächs
Veränderung beginnt in dir.

Aufschieben ist ein Verhalten, kein Urteil über dich

Wenn du etwas aufschiebst, sagt das noch nicht, warum du es tust. Vielleicht weißt du nicht, womit du anfangen sollst. Vielleicht soll schon der erste Versuch perfekt sein. Vielleicht bist du erschöpft oder die Aufgabe passt gerade nicht zu deinen Möglichkeiten. Das sind Fragen zur Orientierung, keine Erklärung deiner persönlichen Situation.

Die Prokrastinationsambulanz der Universität Münster beschreibt unterschiedliche mögliche Einflussfaktoren, darunter Planung, hohe Ansprüche und Ablenkung. Sie unterscheidet alltägliches Vertagen von ausgeprägtem Aufschieben mit Leidensdruck. Aus einer liegen gebliebenen Aufgabe lässt sich deshalb keine Diagnose ableiten. Die fachliche Einordnung ist unten verlinkt.

Schau auf den Moment vor dem Ausweichen

Nimm eine einzelne Situation statt deine gesamte To-do-Liste. Was wolltest du tun? Was hast du unmittelbar davor gedacht oder gefühlt? Und womit hast du dich stattdessen beschäftigt? Du kannst dir drei Stichwörter notieren: Aufgabe – innerer Satz – Ausweichhandlung.

Ein erfundenes Alltagsbeispiel: Du möchtest einen persönlichen Brief beantworten. Der Gedanke „Ich muss die richtigen Worte finden“ taucht auf, und du räumst erst einmal die Küche auf. Eine mögliche Hürde liegt hier im Anspruch an die Antwort. Bei dir kann etwas anderes entscheidend sein. Beobachte, statt das Beispiel ungeprüft auf dich zu übertragen.

Mache aus dem Vorhaben eine sichtbare Handlung

„Ich kümmere mich um den Brief“ lässt vieles offen. „Ich lege den Brief vor mich und schreibe die Anrede“ beschreibt einen erkennbaren Anfang. Der Unterschied: Du musst noch nicht die ganze Aufgabe lösen, um zu wissen, was du als Nächstes tun kannst.

Wähle für heute nur eine Aufgabe und formuliere den Einstieg so, dass du ihn dir konkret vorstellen kannst. Einen Umschlag öffnen. Ein Dokument anlegen. Den ersten Terminwunsch notieren. Kleine, konkrete Schritte und ein realistischer Rahmen gehören auch zu den Empfehlungen der Universität Münster. Das ist eine Orientierung, kein Versprechen, dass ein einzelner Tipp jedes Aufschieben behebt.

Ein kleiner Versuch für heute

Reserviere fünf Minuten an einem passenden Ort. Die fünf Minuten sind ein frei gewählter Übungsrahmen, keine wissenschaftlich festgelegte Erfolgsformel. Lege nur das bereit, was du für deinen Anfang brauchst. Wenn dein Smartphone dich ablenkt, darf es für diese kurze Zeit außer Reichweite liegen.

Ein Satz zum Ausprobieren: „Heute um 18 Uhr setze ich mich an den Küchentisch und schreibe fünf Minuten an einer unfertigen Antwort.“ Passe Uhrzeit, Ort und Handlung an deinen Alltag an. Erlaube dir ausdrücklich eine Rohfassung.

Wenn die Zeit vorbei ist, entscheide neu: Möchtest du noch etwas weitermachen, bewusst aufhören oder zunächst eine offene Frage klären? Ein begonnener Entwurf muss heute nicht zu einer fertigen Antwort werden.

Wenn du trotzdem nicht anfängst

Behandle den Versuch als Information. War der Schritt noch zu groß? Hat Material gefehlt? Warst du zu müde? Hast du eine Entscheidung vor dir, die sich durch eine kleinere Aufgabe nicht ersetzen lässt? Manchmal brauchst du zuerst Klarheit oder Erholung.

Verändere beim nächsten Versuch nur eine Sache. Du könntest den ersten Satz diktieren, die benötigte Unterlage bereitlegen oder jemanden um eine sachliche Information bitten. Wenn du eigentlich Nein zu einer zusätzlichen Verpflichtung sagen möchtest, hilft dir vielleicht der verlinkte Ratgeber zu persönlichen Grenzen weiter.

Wann Unterstützung sinnvoll sein kann

Wenn Aufschieben dich wiederholt stark belastet oder deinen Alltag deutlich beeinträchtigt, ist eine psychologische Beratungsstelle oder psychotherapeutische Praxis eine passende Anlaufstelle zur Abklärung. Die Universität Münster empfiehlt bei solchen Folgen professionelle Unterstützung. Ein Blogartikel und eine kleine Übung ersetzen diese Abklärung nicht.

Im persönlichen Coaching können wir eine konkrete Alltagssituation, deine Erwartungen und einen passenden nächsten Schritt betrachten. Das entspricht meiner Arbeitsweise: verstehen, was dich bewegt, bewusst Möglichkeiten erproben und die Erfahrung in deinen Alltag übertragen. Coaching ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.

Deine Frage für heute

Was wäre ein Anfang, den du dir heute freundlich zutraust? Notiere eine Handlung, einen Ort und einen Zeitpunkt. Du musst die Antwort niemandem zeigen. Entscheidend ist, dass der Schritt zu deiner tatsächlichen Situation passt.

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Redaktion: Coaching & Training Udo Laubert

Ich bin Udo Laubert.

Als Neurocoach und Businesscoach begleite ich Menschen dabei, sich selbst besser zu verstehen und bewusst neue Schritte zu gehen.

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